Nordpfad Ostetal

Im September locken Tage mit etwas Sonne den Übergang vom Sommer in die kalte Jahreszeit noch mal richtig zu genießen. Heute stelle ich den Wanderweg durch das Ostetal vor, ein besonderes Highlight unter den Nordpfaden. Wir sind ihn bereits im Juni ein erstes Mal gegangen.

Der Nordpfad Ostetal liegt an der Oste ungefähr in der Mitte zwischen Zeven und Bremervörde. Wir starten von Granstedt aus, wo ein Wanderparkplatz ausgeschildert zu finden ist. Die Oste ist ein Nebenfluss der Elbe, der von seiner Quelle südlich von Tostedt bis zu seiner Mündung südöstlich von Cuxhaven fast ungestört seinem natürlichen Verlauf folgt.

Wandern durchs Ostetal

Am Parkplatz befindet sich eine Übersichtskarte. Die Rundtour umfasst 10,4 km. Wie bei den Nordpfaden üblich ist der Weg gut ausgeschildert. Vorbei am Grabhügelfeld Garlstedt laufen wir auf gut begehbaren Wegen durch Felder und Wiesen.

Nach der Hälfte der Tour nähern wir uns Ober Ochterhausen.

Bevor wir in den Ort kommen treffen wir auf einen Mitten in der Natur gelegenen Friedhof fernab von jeglichem Straßenverkehr. Er gehört zu den sehenswerten Orten auf der Steinerlebnis-Route. Die Besonderheit des Friedhofes in Ober-Ochtenhausen ist, dass er zu keiner Zeit von der Gemeinde, oder der Kirchengemeinde verwaltet wurde, sondern immer eigenständig von der Dorfgemeinschaft. Darüber hinaus wurde fast keines der alten Grabdenkmäler seit 1891 weg geräumt. Die meisten dieser, mit christlichen Motiven kunstvoll verzierten Grabmale, zeugen noch heute vom tiefen Glauben der Einwohner von Ober-Ochtenhausen.

Geplant hatten wir noch einen Abstecher zur 2,2 km entfernten Gedenkstätte Lager Sandbostel, den wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit auf unseren nächsten Besuch verschieben.

Gedenkstätte Lager Sandbostel

1939 errichtete die Wehrmacht das Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager Sandbostel. Von 1939-1945 waren hier ca. 70.000 Kriegsgefangene untergebracht. Teile des ehemaligen Lagers wie Unterkunftsbaracken und Küchengebäude können besichtigt werden. Ergänzt wird dies durch eine Dauerausstellung, die über die Geschichte des Lagers informiert.

Hinter Ober Ochtenhausen kommen wir an einem weiteren Grabhügel vorbei, überqueren die Ostebrücke und legen eine kurze Rast ein. Weiter geht es durch einen dicht bewachsenen Moorbirken-Kiefernwald und die weite Landschaft des Huvenhoopsmoores.

Zum Ende unserer Tour wird der Abstecher zum ein Kilometer entfernt etwas abseits „versteckt“ liegenden Granstedter See empfohlen. Wir entscheiden uns für die Abkürzung durch den Wald und suchen vergeblich nach einem See. Erst auf dem Rückweg fällt uns der Aussichtspunkt auf, an dem wir einfach vorbeigelaufen waren. Und da erkennen wir auch weiter unten ein Gewässer. Unter See hatten wir uns etwas anderes vorgestellt. Am Ende wurden aus den 10,4 km auf diese Weise 13,5 km.

Der NORDPFAD Ostetal ist vom Deutschen Wanderverband als „Qualitätsweg TRAUMTOUR“ Wanderbares Deutschland ausgezeichnet, was sich leicht nachvollziehen lässt. Der Wechsel aus Feuchtwiesen, Ufer- und Feldwegen sowie Auwäldern bietet viel Abwechslung fürs Auge und die Füße. Wir haben die Tour sehr genossen und freuen uns auf eine Wiederholung in den nächsten Wochen.

Weitere Infos (bitte unbedingt die aktuellen Weg-Hinweise beachten):
https://www.nordwaerts.de/aktiv-entspannt/tour/nordpfad-ostetal-100258944

Anfahrt:

Mit dem Auto

Von der Autobahn A1 sind es rund 30-40 Minuten und von der A27 rund 50-60 Minuten bis zu den Startpunkten, an denen sich jeweils eine Infotafel und eine Möglichkeit zum Parken befinden.

Mit dem ÖPNV

Leider keine Anreise möglich. Alternativ lässt sich der Nordpfad „Zwei Mühlen“ , über den ich in Kürze berichten werde.

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