Rechte der Natur:

Wälder und Flüsse klagen an

Schon seit einigen Jahren gibt es weltweit Bestrebungen, die Natur (Tiere, Gewässer, Gebirge) als Rechtssubjekt anzuerkennen. Der Gedanke dahinter ist, dass die Natur selbst als Geschädigte anerkannt wird und nicht zwingend eine bestimmte Person oder Personengruppe. Zum ersten Mal davon gehört hatte ich in einem Beitrag bei den Tagesthemen. Ein junger Mann erläuterte einen Gesetzesentwurf, um die Spree als eigene Rechtspersönlichkeit anzuerkennen. Die Spree leidet extrem insbesondere in Berlin unter zunehmender Verbauung und Verschmutzung. Ziel der Initiative ist ein Bewusstseinswandel. Die Spree soll als Teil der Gemeinschaft rechtlich geschützt und respektiert werden.

Wander-Ausstellung in Bremen

Auf Initiative des Bremer Informationszentrums für Menschenrechte und Entwicklung (biz) wurde nun eine Wanderausstellung konzipiert, um dieses nicht ganz einfache Thema plastisch und informativ darzustellen. Ich war neugierig auf die am 30. Oktober eröffnete Ausstellung. Wie kann es gelingen, das Anliegen etwas greifbarer zu verdeutlichen?

Anfang der Woche habe ich mir die Ausstellung angesehen. „Rechte der Natur: Wälder und Flüsse klagen an“ zeigt Ursprünge, Beispiele und Perspektiven einer weltweiten Bewegung. Neben einer informativen Einführung erfahre ich auf Schautafeln, wo überall bereits ganz konkret Projekte initiiert wurden.

Angelika Krenzer-Baß, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitik und Menschenrechte e.V., erklärte bei der Eröffnung die andere Sichtweise: „Es geht darum, die Natur nicht ausschließlich nach ihrem Nutzen für uns Menschen zu beurteilen sondern ihren Eigenwert zu sehen und anzuerkennen.“

Die vielen konkreten Beispiele zeigen mir sehr anschaulich, was mit der Initiative bewegt werden soll. Es geht nicht darum, Naturschutzreglungen weiter zu verkomplizieren. Der Ansatz macht viel eher deutlich, mit wie viel mehr Respekt wir den natürlichen Ressourcen begegnen sollten.

Zeitraum: 30. Oktober bis 26. November 2026
Ort: Alte Post, Meyerstraße 38/40, 28201 Bremen
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 10 bis 15 Uhr

Am 12., 19. und 26. November 2026 ist die Ausstellung zusätzlich von 17-19 Uhr geöffnet. Die biz-Mitarbeiterin Lena Quathamer, die die Ausstellung erarbeitet hat, wird an diesen Terminen vor Ort sein und für Fragen zur Verfügung stehen.

Anschließend wird die Ausstellung in weiteren Stadtteilen in Bremen zu sehen sein.

Aktiv werden

Wer sich zu dem Thema vertieft informieren möchte, wird im Internet fündig. Die europäische Initiative RIGHTS FOR NATURE Menschen, die sich beteiligen. Ziel sind 1 Million Unterschriften in Europa:
www.rightsfornature.eu

Vortrag
Außerdem bietet sich der Vortrag (online) von Dr. Silvia Machein mit dem Titel „Wenn der Wald vor Gericht zieht: Die globale Bewegung für die Rechte der Natur“ an.
Termin: Dienstag, 15. Dezember 2026
Uhrzeit: 19:30 bis 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: Online via Zoom
Teilnahmegebühr: 12,00 €
Anmeldeschluss: Freitag, 4. Dezember 2026
Veranstalter: Naturschule Deutschland e.V.
www.naturschule.de

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